Suedlink: Tennet informierte Bürger in Göttingen Kritik und Lob für geplante Stromtrasse Suedlink…

Göttingen. Die neue Erdkabel-Stromtrasse Suedlink soll durch den Landkreis Göttingen führen. Die Vorstellung der Pläne stieß am Montag in der Uni-Stadt auf das Interesse von mehr als 100 Besuchern.

Der nächste Termin der TenneT: 02.11.2016 in der Samtgemeinde Baddeckenstedt

Die Pläne für die Samtgemeinde Baddeckenstedt sollen laut Tennet-Homepage am Mittwoch, den 2. November 2016 ab 17:00 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Oelber a. w. Wege, Kirchkamp 1. öffentlich vorgestellt werden.

Wo soll die Erdleitung entlang führen? Besucher des Forums Suedlink ließen sich die möglichen Streckenführungen am Computer genau erklären. Die Daten sind für im Internet verfügbar. Foto, Bernd Schlegel

Wo soll die Erdleitung entlang führen? Besucher des Forums Suedlink ließen sich die möglichen Streckenführungen am Computer genau erklären. Die Daten sind für im Internet verfügbar. Foto, Bernd Schlegel

Netzbetreiber Tennet, der die Erdkabeltrasse plant, hatte Informationsstände aufgebaut, an denen die möglichen Trassenrouten genau abgerufen werden konnten. Und das stieß auf großes Interesse. Wer möchte, kann diese Daten auch selbst im Internet unter http://zu.hna.de/suedlinkplanabrufen und dort direkt Anmerkungen machen.

Skepsis von Hübner

Gleichzeitig machte sich unter einigen Besuchern des Forums Skepsis breit. Kritisch sehen beispielsweise Landwirte das Projekt. Göttingens Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner erinnerte an die schwierigen Verhandlungen zum Erdkabel-Abschnitt bei Göttingen für die 380 000-Volt-Höchstspannungsleitung von Wahle nach Mecklar. Aus Sicht der Landwirte bietet Tennet nicht genug finanzielle Entschädigung.

Kritik aus dem Rat

Negativ sehen auch Göttinger Ratsmitglieder das neue Erdkabel-Projekt. „Wir können uns in Göttingen keine zweite Leitung vorstellen“, sagt Christian Henze (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses des Göttinger Rates. Und Hans-Georg Scherer (CDU), Vorsitzender des Umweltausschusses im Göttinger Rat, ergänzt: „Göttingen soll nicht das Leitungsklo werden, so wie Gorleben das Atomklo.“

Lob für Tennet

Peter Gosslar, Vorsitzender der Bürgerinitiative Bürger für HGÜ, lobt die Informationsoffensive des Netzbetreibers Tennet beim Thema Südlink. Er kann sich sogar vorstellen, dass das Projekt Suedlink am Ende schneller planungsreif wird als bei der Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar.

Zwei Routen

Zwei mögliche Hauptrouten werden für Suedlink durch den Landkreis Göttingen vorgeschlagen. Die erste Variante führt aus dem Bereich Nörten-Hardenberg kommend westlich an Göttingen, Rosdorf und Friedland vorbei und weiter in den Werra-Meißner-Kreis. In der zweiten Variante kommt die Stromtrasse aus dem Bereich Katlenburg-Lindau und führt über Duderstadt nach Thüringen. In der aktuellen Beteiligungsphase können Interessierte bis zum 29. November Hinweise zur Planung abgeben.

Termin im Kreis Northeim

Die Pläne für den Landkreis Northeim sollen laut Tennet-Homepage am Donnerstag, 3. November, ab 17 Uhr öffentlich vorgestellt werden. Wo die Veranstaltung stattfindet, stand am Dienstag noch nicht fest.

Tennet will in Südniedersachsen zwei Stromleitungen bauen: Suedlink und Wahle-Mecklar

Derzeit wird in Südniedersachsen über zwei neue Stromleitungen diskutiert. Beide will der Netzbetreiber Tennet bauen.

Insbesondere für den Transport des Stroms aus Windkraftanlagen von der Küste nach Bayern und Baden-Württemberg ist Suedlink gedacht. Die etwa 700 Kilometer lange Erdleitung, in der zwei Stammstrecken gebündelt werden, startet in Brunsbüttel beziehungsweise Wilster und endet in Großgartach beziehungsweise Grafenrheinfeld. Sie soll 2025 in Betrieb genommen werden. Suedlink kann den Strom für zehn Millionen Haushalte übertragen. Durch den Einsatz der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung sind die Verluste unterwegs besonders gering.

230 Kilometer lang ist die 380 000-Volt-Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar, die bei Peine beginnt und bei Bad Hersfeld endet. Sie soll als Freileitung in Wechselstromtechnik errichtet werden. Dazu sollen große Masten aufgestellt werden. Bei Göttingen soll ein fünf Kilometer langer Abschnitt der Leitung unterirdisch verlegt werden. An die Trasse, die voraussichtlich 2020/21 in Betrieb geht, werden auch das Pumpspeicherwerk Erzhausen sowie das Umspannwerk Hardegsen angeschlossen.

Quelle http://www.hna.de/lokales/goettingen/goettingen-ort28741/geplante-erdkabel-stromtrasse-suedlink-stoesst-skepsis-6907903.html Bernd Schlegel 

 

Samtgemeinde Baddeckenstedt: Samtgemeindebürgermeister Jens Range informiert über Beteiligungsmöglichkeiten beim Netzausbau Suedlink…

 

Beteiligungsmöglichkeiten und Bürgerveranstaltung mit Info-Foren in der Samtgemeinde Baddeckenstedt

Baddeckenstedt: SuedLink ist ein Netzausbauprojekt, das aus zwei Verbindungen zwischen Wilster (Schleswig-Holstein) und Grafenrheinfeld (Bayern) sowie Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) und Großgartach/Leingarten (Baden-Württemberg) besteht, die parallel geplant und zusammen auf einer Stammstrecke gebaut werden sollen. Für SuedLink soll die Technik der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) eingesetzt werden. Die Energieübertragung mittels Gleichstrom ist besonders bei großen Distanzen vorteilhaft, da die Übertragungsverluste deutlich geringer als bei vergleichbaren Wechselstromleitungen sind. Mit SuedLink sollen die zunehmenden Mengen an erneuerbaren Energien ins Stromnetz integriert und gleichzeitig Netzschwankungen ausgeglichen werden, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten.

SuedLink wird als Gemeinschaftsprojekt von den beiden Übertragungsnetzbetreibern TenneT und TransnetBW realisiert. Nachdem Ende 2015 der Erdkabel-Vorrang für Gleichstromprojekte wie SuedLink gesetzlich beschlossen wurde, haben die beiden Vorhabenträger ihre Planung neu aufgesetzt. Die ersten Vorschläge zu möglichen Verläufen der Erdkabel-Korridore liegen seit dem 27. September 2016 vor.

Die Samtgemeinde Baddeckenstedt gehört zu den Kommunen, in denen unsere Mitgliedsgemeinden Baddeckenstedt und Burgdorf von dieser Neuplanung betroffen sind und möglicherweise ein Erdkabel verlaufen wird.

Einzelne Karten der Erdkabel-Planung können auf der Projekt-Webseite von SuedLink heruntergeladen werden.

Klick hier: http://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/suedlink/erdkabel-korridore/karten/

Für unseren Bereich: Topographische Übersichtskarte Niedersachsen-Mitte

Oder Topographische Übersichtskarte Niedersachsen-Süd

Beteiligungsmöglichkeiten an der Planung

Noch bevor das formelle Planungs- und Genehmigungsverfahren, die sogenannte Bundesfachplanung unter Leitung der Bundesnetzagentur für SuedLink beginnt, haben Bürgerinnen und Bürger jetzt die Möglichkeit, sich über das Projekt zu informieren und zu beteiligen. Auch in dem anschließenden Genehmigungsverfahren gibt es zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten, über die wir frühzeitig informieren werden.

Nun möchten wir uns als Samtgemeinde auf die Zeit vor dem formellen Verfahren konzentrieren und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeiten der Beteiligung nutzen, die es derzeit gibt. Die Planung befindet sich noch in einem sehr frühzeitigen Stadium: Die Vorhabenträger haben verschiedene Vorschläge entwickelt, wie und wo entlang Erdkabel-Korridore möglicherweise verlaufen könnten. In einer informellen Beteiligungsphase können bis zum 29. November 2016 Hinweise zu dieser Planung abgegeben werden.

Um sich an der Planung in unserer Samtgemeinde zu beteiligen, haben Bürgerinnen und Bürger folgende Möglichkeiten:

Auf einer Bürgerveranstaltung mit Info-Forum SuedLink am
Mittwoch, den 2. November 2016 ab 17:00 Uhr

Im Dorfgemeinschaftshaus Oelber a. w. Wege, Kirchkamp 1.

Über eine online-basierte Beteiligungs-Plattform, auf der ortsgenau Hinweise zur Optimierung der Planung direkt auf einer Karte markiert werden können. Die Plattform basiert auf einem Geographischen Informationssystem (GIS). Auf dieser Plattform kann sich jeder Interessierte online einen Überblick über den vorgeschlagenen Verlauf der Erdkabel-Korridore – auch durch unsere Samtgemeinde – verschaffen und bereits aufgenommene Hinweise anderer Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen.
Beteiligungs-Plattform

Das formelle Genehmigungsverfahren für SuedLink beginnt mit der Einreichung des Antrags nach § 6 des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes Übertragungsnetz (NABEG) auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur. Diesen Antrag, der dann auch die Ergebnisse der nun stattfindenden Veranstaltungen und Beteiligung enthält, wollen TenneT und TransnetBW im Frühjahr 2017 einreichen.

Der Samtgemeindebürgermeister

gez. Range

Die Webseite der Samtgemeinde: http://www.baddeckenstedt.de dann weiter oben rechts “ Aktuelles “ Bürgerveranstaltung zur Gleichstromtrasse Suedlink

Veranstaltungskalender der TenneT für Info-Forum SuedLink (Landkreis Wolfenbüttel)

Einladung der TenneT, zum Info-Forum SuedLink (Landkreis Wolfenbüttel)
02.11.2016  Dorfgemeinschaftshaus Oelber, Kirchkamp 1, 38271 Baddeckenstedt, OT Oelber am
weißen Wege. Beginn 17:00  –  20:00  Uhr 

Klick hier: http://www.tennet.eu/de/unser-netz/rund-um-den-netzausbau/dialogveranstaltungen/events/2016/11/

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Beteiligen Sie sich online!
SuedLink ist die Hauptschlagader für das Gelingen der Energiewende. Die ARGE SuedLink – ein Zusammenschluss von renommierten Gutachterbüros – hat im Auftrag von TenneT und TransnetBW erste Vorschläge für Erdkabel-Korridore erarbeitet. Dies ist jedoch nur ein erster Schritt. Wir setzen bei der Planung zu möglichen Verläufen auf das regionale und lokale Wissen der Menschen vor Ort. Das heißt konkret: Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung!

klick hier: http://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/suedlink/erdkabel-korridore/online-beteiligung/

380 kV Wahle-Mecklar: Bodenproben für Wechselstromleitung…

WESTERLINDE Tennet untersucht Baugrund im Bereich Westerlinde.

Die Planungen für den rund 14 Kilometer langen Erdkabelabschnitt der Wechselstromleitung Wahle-Mecklar schreiten voran. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet lässt ab dem 24. Oktober den Baugrund im Bereich Westerlinde untersuchen.

Die erforderlichen Arbeiten werden von der Arbeitsgemeinschaft der Ingenieurbüros iwb Ingenieursgesellschaft mbH und Schüßler-Plan GmbH sowie deren Auftragnehmer ICP Braunschweig GmbH im Auftrag von Tennet durchgeführt. Nach derzeitigem Planungsstand werden diese etwa zwei Wochen dauern.

Alle Eigentümer der von den Baugrundvoruntersuchungen berührten Flächen wurden vorab schriftlich über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt. Eine Informationsveranstaltung für Eigentümer findet am 18. Oktober um 19.30 Uhr in Baddeckenstedt im Gasthof Woltmann statt, bei der Fragen der Betroffenen beantwortet werden.

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TenneT verspricht eine schonende Entnahme der Proben Foto TenneT

Alle Eigentümer der von den Baugrundvoruntersuchungen berührten Flächen wurden vorab schriftlich über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt. Eine Informationsveranstaltung für Eigentümer findet am 18. Oktober um 19.30 Uhr in Baddeckenstedt im Gasthof Woltmann statt, bei der Fragen der Betroffenen beantwortet werden.

Die Voruntersuchungen sollen Aufschluss über die Beschaffenheit des Baugrunds und die bodenphysikalischen Eigenschaften im Bereich der Trassenvarianten für den geplanten Erdkabelabschnitt zwischen Lesse und Holle geben. Dabei werden entlang von öffentlichen und landwirtschaftlichen Wegen Bodenproben mit einem Bohrgerätes entnommenen. Diese Bodenproben werden anschließend im Labor ausgewertet, um ein Bodenprofil erstellen zu können. Auf Grundlage der durch die Maßnahme gewonnenen Ergebnisse kann dann die Planung einer konkreten Trassenführung erfolgen.

Einer Pressemittelung von Tennet zufolge, sei es der Firma ein großes Anliegen, mögliche Beeinträchtigungen im Rahmen der Baugrundvoruntersuchungen so gering wie möglich zu halten. Die bodenschonende Durchführung der Arbeiten werde durch unabhängige Experten im Rahmen der bodenkundlichen Begleitung überwacht.

Für eventuelle Rückfragen zu den Baugrundvoruntersuchungen steht Dr. Ralf Schneider, Teilprojektleiter des Erdkabelabschnitts A der Wahle-Mecklar-Leitung unter wahle-mecklar@tennet.eu zur Verfügung. Telefonische Anfragen zum Vorhaben beantwortet das Projektteam werktäglich in der Zeit von 9 bis 18 Uhr unter Tel: (05 61) 52 99 70 40

Quelle Salzgitter-Zeitung 14.10.2016 Weiterlesen

Energiewende direkt: Ausgabe 18/2016 Energieeffizienz lohnt sich für alle…

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Investieren und sofort Einsparergebnisse sehen, das erscheint vielen Unternehmern attraktiver als Energieeffizienzmaßnahmen, die sich erst mittel- bis langfristig rechnen. Dabei sind gerade zukunftsweisende Investitionen, etwa in hocheffiziente Technologien, entscheidend für den Erfolg der Energiewende. Und auch für Unternehmen zahlen sie sich richtig aus. Der noch junge Förderwettbewerb STEP up! will deshalb Unternehmen dazu ermutigen, auch Effizienzmaßnahmen anzugehen, die sich erst nach mehr als drei Jahren amortisieren.
STEP up! steht für „STromEffizienzPotenziale nutzen“. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat den Förderwettbewerb initiiert. Er ist Anfang Oktober in die zweite Runde gestartet. Noch bis zum 31. Januar 2017 können sich Unternehmen in einem Ausschreibungsverfahren um Fördermittel bewerben. Eine festgelegte Förderquote gibt es dabei nicht. Jeder Bewerber entscheidet im vorgegebenen Rahmen selbst, wie hoch der benötigte Zuschuss für die geplante Effizienzmaßnahme sein soll. Den Zuschlag erhalten diejenigen, die die höchsten Einsparungen je Förder-Euro erzielen.

Klick hier zum vollständigen Artikel: http://www.bmwi-energiewende.de

Suedlink: Teure Erdkabel sollen den Stromnetz-Ausbau retten…

BRAUNSCHWEIG:  Unserer Region droht nach Wahle-Mecklar eine weitere Trasse. Beim Südlink kommen die Leitungen unter die Erde.

Wie ein Damoklesschwert schwebt die Stromtrasse Südlink seit Jahren über unserer Region. Zuerst drohte sich das größte und wichtigste Bauprojekt der Energiewende durch die Landkreise Gifhorn, Helmstedt und die Stadt Wolfsburg zu schlängeln. Diese Planungen wurden verworfen. Statt Freileitungen gibt es nun Erdkabel. Daher kommen laut Betreiber Tennet ganz neue Räume in Betracht, um den Strom aus dem windreichen Norden nach Bayern und Baden-Württemberg zu transportieren.

"Andere machen sich einen schlanken Schuh – und wir sollen noch eine Trasse erhalten?“

„Andere machen sich einen schlanken Schuh – und wir sollen noch eine Trasse erhalten?“            Marcus Bosse (SPD), Landtagsabgeordneter

Die genannten Kommunen sind raus. Dafür stellte Tennet Ende September neue Trassenkorridore vor. Und dieses Mal müssen die Bewohner der Landkreise westlich beziehungsweise südlich von Braunschweig befürchten, dass der Südlink durch ihre Kommunen führt: Die Kreise Peine, Wolfenbüttel mit der Exklave Baddeckenstedt, Goslar und Osterode.

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Dass es in unserer Region ab 2020 eine weitere Stromtrasse, die Trasse Wahle-Mecklar, geben wird, spielt in den Überlegungen des Betreibers Tennet und der Bundesnetzagentur offenbar keine große Rolle. Das sehen Vertreter aus der Region natürlich anders. Der Landtagsabgeordnete Marcus Bosse (SPD) sagt: „Andere machen sich einen schlanken Schuh – und wir sollen noch eine Trasse erhalten?“ Der Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg (CDU), überträgt die Lasten aus dem Atommüll-Bereich, und behauptet: „Die Asse, Schacht Konrad – die Region ist schon in vielerlei Hinsicht gebeutelt.“

Suedlink per Freileitung hätte drei Milliarden gekostet, jetzt zehn…

Das sieht auch Ulrich Löhr, Vorsitzender des Landvolks Braunschweiger Land, so. Viele begrüßen die Erdkabel, Löhr aber befürchtet negative Folgen wegen des Eingriffs in den Boden. Dieser würde durch die unterirdisch verlaufenden Stromkabel erwärmt. Hinzu komme: „Bei Störungsfällen muss der Boden immer wieder aufgerissen werden.“ Beides vermindere die Einnahmen der Landwirte. Löhr fordert daher: „Falls der Südlink durch die Region führt, müssen die Landwirte eine Entschädigung bekommen.“

Löhr sieht Tennet in der Verantwortung. Eine Entschädigung der Landwirte fordert auch Oesterhelweg. Der CDU-Abgeordnete ist sich aber sicher, dass am Ende der Verbraucher die Zeche bezahlt. Tennet würde sich das Geld zurückholen.

Ähnlich sieht es auch unser Leser. Beim aktuellen Projekt liegen die Kosten beim Drei- bis Vierfachen der Freileitungskosten. Ein Kilometer Leitung unter der Erde kostet bis zu 10 Millionen Euro. Es hat seinen Grund, dass die Kosten so hoch liegen und so stark variieren: Es kommt vor allem auf die Bodenbeschaffenheit an. Wenn Gestein weggesprengt werden muss, wird es gleich viel teurer. Es hängt aber auch vom eingesetzten Material ab, davon, ob die Leitungen ausgeschachtet werden, ob die Schächte begehbar sind, beleuchtet. Besser und teurer geht immer.

Die geplanten unterirdischen Stromautobahnen Südlink und auch der Südostlink kosten daher deutlich mehr als bislang vermutet. Sie waren ja zuerst als Freileitung geplant. Wegen der Bürgerproteste in der Republik und vor allem auf Druck von CSU-Chef Horst Seehofer gibt es nun Erdkabel.

Der Chef des Netzbetreibers Tennet, Lex Hartman, sagte dem Bayerischen Rundfunk kürzlich, für den Bau müsse insgesamt mit bis zu 15 Milliarden Euro gerechnet werden.

Womöglich liegen die Kosten noch höher. Tennet-Sprecher Mathias Fischer sagte unserer Zeitung, dass alleine der Südlink zehn Milliarden Euro verschlingen wird. Per Freileitung hätte die Stromautobahn ganze sieben Milliarden Euro weniger gekostet. Die Tennet-Schätzung basiert auf Erfahrungen anderer Erdkabelprojekte sowie Kosten für Querungen von Infrastrukturen, für Planung und Genehmigungsverfahren sowie Entschädigung der Grundbesitzer.

Ende 2022 gehen die letzten Atomkraftwerke vom Netz

Am Netzausbau führt generell aber kein Weg vorbei. Immer mehr grüner Strom aus Wind-, Solar- und Bioenergie drückt in die Netze. Die starken Schwankungen bei Wind und Sonne stellen die Stabilität des ganzen Energiesystems auf eine Belastungsprobe: Wenn sich etwa bei stürmischem Wetter regional Windstrom ballt, geraten die Leitungssysteme unter Druck. Windanlagen müssen gegen Kostenersatz abgeschaltet, Reservekraftwerke an anderen Stellen hochgefahren werden. Das kostet aktuell schon rund eine Milliarde Euro im Jahr, bis 2023, wenn alle Atomkraftwerke vom Netz sind, könnten sich laut Bundesnetzagentur die Kosten vervierfachen. Um die Versorgungssicherheit zu halten und Blackout-Risiken zu mindern, müssen daher dringend neue „Stromautobahnen“ her.

Erdkabel haben gegenüber den Freileitungen Vorteile. Zunächst mal: Man sieht sie nicht. Eigentümer müssen nicht fürchten, dass riesige Masten vor der Haustür den Wert ihres Grundstücks mindern. Hinzu kommt: Für Erdkabel gelten beim Leitungsbau kaum Abstandsgrenzen zur Bebauung. Das Netz kann sich stärker an der Luftlinie orientieren. Das spart Strecke.

Skeptiker wie Löhr vom Landvolk fürchten, dass auch Erdkabel Gesundheit und Umwelt negativ beeinflussen könnten – zum Beispiel, indem sie den Boden erwärmen. Bei einer Netzstörung dürfte die Reparatur vielfach länger dauern, weil man die defekte Stelle erst orten und dann den Boden aufreißen muss.

Den Netzausbau und den Betrieb zahlt der Verbraucher

Die Zusatzkosten zahlt der Verbraucher. Da hat unser Leser ganz Recht. Ohnehin soll die EEG-Umlage, die den Ökostrom subventioniert, laut Expertenschätzung 2017 auf fast 7 Cent je Kilowattstunde steigen. Noch liegt sie bei 6,35 Cent. Ein teurerer Netzausbau und Betrieb würde über die Netzentgelte ebenfalls bei den Stromkunden landen. Schon jetzt macht dieser Posten rund ein Viertel des Strompreises aus. Die Grünen kritisierten Erhöhungspläne der Netzbetreiber: Im schlimmsten Fall drohe Stromkunden eine „Erhöhungsorgie“.

Doch nicht nur die Kosten geraten langsam aus dem Ruder, auch der Zeitplan ist längst hinfällig. Ursprünglich sollte Südlink bereits 2014 an den Start gehen – mit Freileitungen. Nach den lautstarken Bürgerprotesten gab es ein neues Gesetz im Bundestag, das grundsätzlich Erdkabel bei neuen Großprojekten wie den Südlink vorsieht. Tennet musste die Planung ganz neu aufrollen. Ursprüngliche Varianten, die durch das Weserbergland führten, wurden ganz verworfen. Zu teuer, zu massiv ist die Mittelgebirgslandschaft beiderseits der Weser zwischen Hann. Münden und Porta Westfalica. Warum einer der neuen Varianten aber zum Beispiel durch unsere Region und die Harzausläufer führen, konnte Tennet-Sprecher Fischer am Donnerstag nicht begründen.

Bis zum Frühjahr 2017 will Tennet den sogenannten Bürgerdialog beendet haben. Im Landkreis Peine soll es bereits Ende Oktober die erste Bürgerveranstaltung geben. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Dann erst beginnt die Fachplanung, bis 2020 soll das Planfeststellungsverfahren stehen, 2021 soll Baubeginn sein. Wenn alles optimal läuft, nimmt der Südlink 2025 den Betrieb auf. Quelle Braunschweigischer Zeitung

 

 

 

380 kV Trasse von Ganderkesee nach St. Hülfe, freiwilliger Baustopp…

GANDERKESEE/HARPSTEDT Der Bau der 380-kV-Trasse von Ganderkesee nach St. Hülfe verzögert sich weiter: Der Netzbetreiber Tennet, der die 60 Kilometer lange Höchstspannungsleitung errichtet, hat den freiwilligen Baustopp um ein halbes Jahr verlängert, um eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig abzuwarten. Dort liegen mehrere Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vor.

Der vollständige Artikel hier…Quelle:http://www.nwzonline.de/ort/ganderkesee

Suedlink: Eine Nord-Süd-Autobahn ohne Abfahrt…

Südlink-Trassenvarianten in Südniedersachsen:

Göttingen. Die Vorschläge für die möglichen Erdkabel-Korridore seien das Ergebnis der Abwägung verschiedener Kriterien, die bei der Planung in Frage kommen. Und es handle sich um eine Diskussionsgrundlage, betonte Hartmann. Im Rahmen der Abwägung der beiden Trassenstränge sollen schon jetzt die betroffenen Bürger und Kommunen eingebunden sein. „Wir suchen den optimalen Weg“, sagte Hartmann, wobei er ausdrücklich auf den „Input“ von vor Ort setzte, damit die Argumente für die Detailplanungen gewichtet werden können.

Hartmann, der Südlink als „elektrische Autobahn von Nord nach Süd ohne Abfahrt“ bezeichnete, ging auch auf die Technik ein. Nach derzeitigem Stand würden für die 320-Kilovolt (kV)-Technologie acht Kabel in einer Tiefe von 1,80 bis zwei Metern verlegt. Es gebe inzwischen eine 525-kV-Technologie, bei der nur vier Kabel nötig seien. Die Trasse würde nicht nur schmaler, sondern die Kosten wären auch niedriger.Die neue Technologie sei aber noch nicht erprobt, weshalb Südlink zunächst herkömmlich geplant werde.

Sorgen bezüglich der Wärmeentwicklung und mögliche Folgen für die Landwirtschaft würden ernst genommen. Anhand bisheriger Erfahrungen seien keine negativen Auswirkungen bekannt.
Auch auf die vom Gesetzgeber eingeforderte Bündelung von Trassen – etwa von Südlink mit der Stromtrasse Wahle-Mecklar – ging Hartmann ein. Das werde geprüft, möglicherweise wäre der Korridor dann aber bis 1000 Meter breit, da die Kabelstränge einen Mindestabstand voneinander benötigten.