Flüchtlingshelfer brauchen mal Distanz…

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Westerlinde:

Die Samtgemeinde Baddeckenstedt, organisiert einen Workshop zur ehrenamtlichen Asylbegleitung.

Die Hoffnung auf weniger Arbeit, die hatte Gerd Hachmöller nicht in seinem Repertoire. Der Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung in Rotenburg/Wümme zeigte dafür im Westerlinder Dorfgemeinschaftshaus Zusammenhänge in der gegenwärtigen Flüchtlingskrise aus eigener Erfahrung auf .

Wie berichtet, gibt es in der Samtgemeinde Baddeckenstedt etwa 60 ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit. „Über unser Netzwerk bemühen wir uns, den Helfern auch unterstützendes Know-how zu vermitteln“, erklärte Amtsleiterin Birgit Simons.

Die Samtgemeinde-Verwaltung hatte 20engagierte Mitstreiter zu Hachmöllers Workshop „Basiswissen ehrenamtliche Asylbegleitung“ eingeladen. Außerdem gibt es einmal im Monat ein Treffen mit Vertretern der Netzwerker aus allen Mitgliedsgemeinden, ergänzte Simons.

Als Coach bemühte sich Hachmöller, möglichst keine Frage offen zu lassen. Als Mann aus der Praxis, stets mit direktem Bezug zu alltäglichen Problemen. Und davon gibt es einige: Allein Asyl- und Bleiberecht sind sehr komplex. Einer der Teilnehmer war der selbst im Flüchtlings-Netzwerk aktive Elber Bürgermeister Friedhelm Vree. „Für mich waren besonders die praktischen Hinweise nützlich, beispielsweise, was bei einem Arztbesuch zu beachten ist“, erklärte Vree.

Der 43-jährige Referent Hachmöller ist als Coach derzeit reichlich unterwegs – die Probleme der Flüchtlings-Betreuung wollen überall diskutiert werden. „Derzeit leidet darunter auch meine Familie“, so Hachmöller. Er empfahl deshalb den Aktiven der Samtgemeinde, auch einmal Distanz zu ihren Flüchtlingen zu halten. Man dürfe die Probleme nicht zu sehr an sich heranlassen.

Artikel der salzgitter-zeitung.de von Jörg Werner David
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Veröffentlicht in: Allgemein