380 kV Trasse Wahle-Mecklar: Erdkabel – Klarheit bis zum Sommer ?

Mit dieser Schlagzeile der Hildesheimer Allgemeinen geht die Diskusion in die nächste Runde:
Kreis Hildesheim/Baddeckenstedt (abu) – http://www.hildesheimer-allgemeine.de/19.12.2015 Bild HAZ-Redaktion

 

Gibt es bei der geplanten Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar einen Erdkabel-Abschnitt – und wenn ja, wo?

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Antworten auf diese Frage soll es spätestens im Juni nächsten Jahres geben. Das hat de Netzbetreiber Tennet auf Nachfrage erklärt. Zuvor hatte die nötige Gesetzesänderung die letzte formale Hürde genommen:
Der Bundesrat verabschiedete am Freitag das „Gesetz zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus“. Zuvor hatte bereits der Bundestag das Regelwerk abgenickt.

Damit wächst vor allem bei Anliegern der Stromtrasse in der Samtgemeinde Baddeckenstedt und in der Gemeinde Holle die Hoffnung, statt der bei der Mehrheit ungeliebten Freileitung ein Erdkabel zu bekommen. Einen zehn bis 20 Kilometer langen unterirdischen Abschnitt soll es bei Wahle-Mecklar geben – eine sogenannte Pilotstrecke, um die Technologie zu testen.

Beim Erörterungstermin im vergangenen Mai in Hildesheim drängten sich mehr als 150 Bürger, ein Großteil aus dem Raum Baddeckenstedt und Holle. Sie warben auch dort vehement für Erdkabel. Und die Vertreter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die das Genehmigungsverfahren führt, zeigten sich beeindruckt: „Dass die Freileitung bei Ihnen keine Akzeptanz hat, haben Sie uns deutlich gemacht“, erklärte Verfahrensleiter Heiner Dierken damals.

Für einige Diskussionen sorgte allerdings auch, dass ein Großteil des für Erdkabel favorisierten Bereichs der Trasse im Wahlkreis von Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) liegt.

Dass das Kabel tatsächlich dort in die Erde kommt, wo die meisten Bürger sich dafür eingesetzt haben, ist also nicht unwahrscheinlich. Allerdings steht es noch nicht fest, wie Netzbetreiber Tennet betont.
„Wir werden nun prüfen, in welchen Bereichen der Trasse vom Umspannwerk Wahle bei Peine bis nach Lamspringe Erdkabel möglich sind“, sagte Unternehmenssprecherin Carolin Kürth gestern auf Anfrage.

Die grundsätzlich geeigneten Streckenabschnitte würden dann verglichen, um herauszufinden, welcher am besten für ein solches Vorhaben passt. „Dann werden wir noch untersuchen, welche technische Variante von Erdkabeln dort am besten funktionieren würde“, sagt Kürth weiter. „Im zweiten Quartal 2016 sind wir voraussichtlich so weit, dass wir das Ergebnis der Abschnittsprüfung vorlegen können.“
Danach sind wahrscheinlich noch einmal Bürger und Kommunen an der Reihe. Weil Erdkabel im bisherigen Planfeststellungsverfahren keine Rolle spielen, wird wohl ein sogenanntes Planänderungsverfahren nötig, in dessen Zuge die neuen Pläne noch einmal öffentlich ausgelegt werden.
Bereits vorab plant Tennet wieder sogenannte Infomärkte, um das Erdkabel-Vorhaben der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Nichts Neues gibt es in Sachen Süd.Link. Diese Gleichstromtrasse soll durch das neue Gesetz vorrangig als Erdkabel verlegt werden und nicht als Freileitung. Die ursprüngliche Vorzugstrasse führte durch den Landkreis Hildesheim – doch alle bisherigen Varianten sind vom Tisch, wie Ulrike Hörchens, eine weitere Tennet-Sprecherin, gestern sagte. Das Unternehmen warte nun darauf, dass die Bundesnetzagentur ihr Kriterien und Methoden für die Suche nach der besten Erdkabel-Trasse vorgebe. Dann beginne das Projekt quasi von vorn. Einen Zeitplan gebe es noch nicht.