380 kV Trasse: Es soll keine Verlierer beim Erdkabel geben…

Samtgemeinde und Bürgerinitiative begrüßen die Tennet-Entscheidung.

Es sei ein Tag der Freude, so kommentierten die Verantwortlichen der Burgdorfer Bürgerinitiative und der Samtgemeinde die Ankündigung, die 380-kV-Höchstspannungsleitung in ihrem Bereich als Erdkabel zu verlegen.

Die Menschen würden vor den Belastungen einer Freileitung geschützt und die Umwelt geschont, Wertverluste in den Immobilien am Rande einer Megamasten-Trasse vemieden. „Aber feiern werden wir erst, wenn die, die jetzt die Last tragen, auch angemessen entschädigt werden“, kündigte BI-Vertreter Peter Rösch bei einem Treffen mit Samtgemeinde-Bürgermeister Jens Range an.

Es müsse ein Boden-Monitoring geben, forderte auch Range. Mit dem müsse 15 Jahre lang die Qualität der für die Erdkabeltrasse genutzten Böden überprüft werden. Die betroffenen Landwirte sollen angemessen entschädigt werden. Und das nicht nur während der Bauphase, in der ein etwa 45 Meter breiter Streifen für Verlegearbeiten benötigt wird. Anschließend dürfen auf der 25 Meter breiten Trasse keine Bäume oder Sträucher wachsen, wohl aber Getreide oder selbst tiefer wurzelnder Mais.

„Wenn dort Erträge sinken, fordern wir eine Beweislast-Umkehr“, erklärte Range. Kein Landwirt soll beweisen müssen, dass dies wegen der Erdkabel, ihrer möglichen Erwärmung oder eventuell verschlechterter Bodenstruktur nach den Bauarbeiten passiert. Der Netzbetreiber müsse vielmehr das Gegenteil belegen.

Dass dieser Abschnitt und beispielsweise keiner im Landkreis Peine Pilotstrecke wird, habe sich bei den Erörterungsterminen angedeutet. „Da wurde deutlich, dass wir in den Gemeinden Burgdorf und Baddeckenstedt die meisten Probleme haben“, sagte Volker Schäfer. Und dass nicht nur, weil damals etwa 180 Einwender persönlich teilnahmen. „Auch die Qualität unserer Argumente hat gewirkt“, ist Schäfer sicher.

Rösch betonte, dass die 12,6-Kilometer-Strecke nicht ausgewählt wurde, weil sie im Wahlkreis von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel liege. Dem Sozialdemokraten sei die BI dankbar, weil der zugehört habe, als die Sorgen um Westerlinde diskutiert wurden. Zudem werden auch Menschen in der Gemeinde Holle und in der Salzgitter profitieren.

Letztlich habe die Tennet nach objektiven Kriterien den Abschnitt für die Erdverkabelung ausgewählt, der die größten Herausforderungen für die Bau- und Elektrotechnik biete. Die sind nach Ranges Auffassung nicht angreifbar und auch rechtlich einwandfrei.

„Sie werden hier wichtige Erkenntnisse für den Betrieb eines engmaschigen Erdkabelnetzes gewinnen“, ist Rösch überzeugt. Ein echtes Pilotprojekt eben.

Quelle SZ.-Zeitung 09.04.2016 Jörg David