380 kV Erdkabelpilot Strecke, Wahle – Mecklar

Baddeckenstedt – Burgdorf:

Tiere und Pflanzen an der Höchstspannungs-Trasse werden erfasst. Auch die Hamster werden schon gezählt. Bis zum Oktober laufen die vorbereitenden Untersuchungen für das Erdkabel.

Die Fachleute der Firma ERM waren schon einmal im Auftrag des Netzbetreibers Tennet in der Samtgemeinde Baddeckenstedt unterwegs, als sie eine Freileitungs-Trasse für die 380-kV-Höchstspannungsleitung von Wahle nach Mecklar suchten.

Jetzt aber gilt es wie berichtet, das Pilotprojekt Erdkabel vorzubereiten, das die Freileitung zwischen Salzgitter-Lesse bis  östlich der A7, Sillium, ersetzen soll. Dabei wird die Tier- und Pflanzenwelt noch einmal unter anderen Prämissen genau erfasst.

Dies soll laut Tennet-Ankündigung „ausschließlich auf den voraussichtlich vom Leitungsbau betroffenen Grundstücken“ geschehen. Es sollen besonders wertvolle natürliche und naturnahe Lebensräume sowie „artenschutzfachlich relevante und geschützte Tier- und Pflanzenarten“ registriert werden.

Die ERM-Mitarbeiter werden dabei bis Oktober mit der Firma TNL-Umweltplanung zusammenarbeiten. Ziel ist es, die Eingriffe in Natur und Landschaft beim späteren Bau so gering wie möglich zu halten. Für die Kartierung ist es laut Tennet unvermeidlich, die Grundstücke zu betreten. Was und wie aber wird alles gezählt?

Übersichtskartierung Arten

Diese Begehung findet überwiegend von vorhandenen Wegen aus statt. Dabei werden potenzielle Habitatflächen an der Trasse auf 300 Metern Breite untersucht.

Feldhamster

Anders als zunächst angekündigt findet die Erfassung von Feldhamstern bereits jetzt stichprobenartig statt, auf etwa 20 Prozent der Gesamtfläche des Untersuchungsraums 500 Meter beidseits der Erdkabeltrasse auf landwirtschaftlich genutzten Flächen statt, meist mit Getreide bestandene Flächen. Um die Feldhamsterbauten zu finden, gehen bis zu vier Kartierer in Reihen mit Abständen von 20 bis 50 Metern über die Flächen, nach Möglichkeit in den Fahrspuren.

Brutvögel

Die Erfassung der tagaktiven Vogelarten erfolgt durch das Abgehen vom Untersuchungsraum in den frühen Morgenstunden, überwiegend auf Wegen. Die nachtaktiven Vogelarten sollen in möglichst windstillen und trockenen Nächten aufgespürt werden.

Rastvögel

Zur Erfassung der Rastvögel wird eine Punkt-Stopp-Zählung von erhöhten Geländepunkten aus durchgeführt.

Amphibien

Es erfolgen Begehungen der Gewässer-Probeflächen (Tages- und Nachtkontrollen) in der Zeit von April bis Juni, während derer die Amphibien akustisch über ihre Rufe zur Paarungszeit erkennbar sind. Kescherfang ist zum Nachweis des Kammmolchs nötig. An drei Terminen werden Reusen zur Molchzählung ausgelegt.

Übersichtskartierung Brutvögel

Auch diese Erfassung möchten die Fachleute laut Tennet-Angabe überwiegend von vorhandenen Wegen aus vornehmen. Die Übersichtsbegehung zu planungsrelevanten Brutvogelhabitaten erfolgt einmalig und flächendeckend im Untersuchungsraum von jeweils 1000 Metern auf jeder Seite der Erdkabeltrasse. Dabei werden die Probeflächen für die Brutvogel-Revierkartierung festgelegt. Zum anderen stellt die Übersichtskartierung eine Ergänzung zur Brutvogel-Revierkartierung dar.

 

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