380 kV Trasse, im Juli starten die Untersuchungen des Baugrunds…

Der Netzbetreiber Tennet trifft weitere Vorbereitungen für die Verlegung des Erdkabels.

Das Projekt Erdkabel in der Samtgemeinde Baddeckenstedt nimmt Fahrt auf – bereits im Juli soll es die ersten Baugrunduntersuchungen geben. Im Herbst sollen die Vorbereitungen abgeschlossen sein. Derzeit laufen noch die Kartierungsarbeiten, um besonders wertvolle und naturnahe Lebensräume zu registrieren.

Bei der aktuellen Kartierung verschafft sich die Firma Tennet in Zusammenarbeit mit einem Kartierungs- und einem Umweltplanungs-Unternehmen eine Übersicht über Brut- sowie Rastvögel, Amphibien und Feldhamster. „Die Landwirte können beruhigt sein, wir haben lediglich einen Feldhamster gefunden“, erklärt Maren Seiffert, Bürgerreferentin des Netzbetreibers.

Die anstehenden Bodenuntersuchungen sollen an schwierigen Stellen vorgenommen werden, um genau zusehen, wie der Baugrund beschaffen ist. „Diese neuralgischen Punkte sind Moor- und Naturschutzgebiete“, berichtet Seiffert.

Bei dieser Untersuchung will der Netzbetreiber auch wieder mit den jeweiligen Grundstückseigentümern in Kontakt treten. „Die Schichten werden mit einem Minibagger ausgehoben, der keinen größeren Schaden verrichten soll“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Jens Range. Anschließend werden die Proben analysiert, um herauszufinden, wo genau die finale Strecke langführen soll. Die betroffenen Landwirte, die auf ihrem Acker einen Schaden durch das Erdkabel tragen könnten, sollen entschädigt werden.

„Wir haben vor allem zwei sehr sensible Bereiche in der Samtgemeinde. Zum einen das Innerstetal als Natur- und Vogelschutzgebiet und das Niedermoor als Landschaftsschutzgebiet im Bereich des Asselgrabens“, berichtet Range. Sehr viele Vögel lebten in diesen Bereichen und würden durch ein Erdkabel geschützt. „Insoweit sind unsere Bedenken wegen dieses Moorgebietes derzeit ausgeräumt“, ergänzt Range. Wie genau das Kabel in diesem Bereich verlegt werden soll, kann erst nach der Analyse der Bodenproben geklärt werden. Seiffert ergänzt abschließend: „Durch die Bauweise wird der Wasserhaushalt des Moores nicht verletzt.“ rp

DAS PROJEKT

Der Netzbetreiber Tennet nutzt eine Kann-Bestimmung des Energieleitungsausbaugesetzes für ein Erdkabel-Pilotprojekt für den Drehstrombereich. Im Teilabschnitt A der 380-kV-Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar ist der 13 Kilometer lange Bereich zwischen Lesse und Binder technisch am anspruchsvollsten und daher für ein Erdkabel am interessantesten. Quelle SZ.-Zeitung 15.06.2016 Lorena Brümmer