Suedlink: Tennet informierte Bürger in Göttingen Kritik und Lob für geplante Stromtrasse Suedlink…

Göttingen. Die neue Erdkabel-Stromtrasse Suedlink soll durch den Landkreis Göttingen führen. Die Vorstellung der Pläne stieß am Montag in der Uni-Stadt auf das Interesse von mehr als 100 Besuchern.

Der nächste Termin der TenneT: 02.11.2016 in der Samtgemeinde Baddeckenstedt

Die Pläne für die Samtgemeinde Baddeckenstedt sollen laut Tennet-Homepage am Mittwoch, den 2. November 2016 ab 17:00 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Oelber a. w. Wege, Kirchkamp 1. öffentlich vorgestellt werden.

Wo soll die Erdleitung entlang führen? Besucher des Forums Suedlink ließen sich die möglichen Streckenführungen am Computer genau erklären. Die Daten sind für im Internet verfügbar. Foto, Bernd Schlegel

Wo soll die Erdleitung entlang führen? Besucher des Forums Suedlink ließen sich die möglichen Streckenführungen am Computer genau erklären. Die Daten sind für im Internet verfügbar. Foto, Bernd Schlegel

Netzbetreiber Tennet, der die Erdkabeltrasse plant, hatte Informationsstände aufgebaut, an denen die möglichen Trassenrouten genau abgerufen werden konnten. Und das stieß auf großes Interesse. Wer möchte, kann diese Daten auch selbst im Internet unter http://zu.hna.de/suedlinkplanabrufen und dort direkt Anmerkungen machen.

Skepsis von Hübner

Gleichzeitig machte sich unter einigen Besuchern des Forums Skepsis breit. Kritisch sehen beispielsweise Landwirte das Projekt. Göttingens Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner erinnerte an die schwierigen Verhandlungen zum Erdkabel-Abschnitt bei Göttingen für die 380 000-Volt-Höchstspannungsleitung von Wahle nach Mecklar. Aus Sicht der Landwirte bietet Tennet nicht genug finanzielle Entschädigung.

Kritik aus dem Rat

Negativ sehen auch Göttinger Ratsmitglieder das neue Erdkabel-Projekt. „Wir können uns in Göttingen keine zweite Leitung vorstellen“, sagt Christian Henze (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses des Göttinger Rates. Und Hans-Georg Scherer (CDU), Vorsitzender des Umweltausschusses im Göttinger Rat, ergänzt: „Göttingen soll nicht das Leitungsklo werden, so wie Gorleben das Atomklo.“

Lob für Tennet

Peter Gosslar, Vorsitzender der Bürgerinitiative Bürger für HGÜ, lobt die Informationsoffensive des Netzbetreibers Tennet beim Thema Südlink. Er kann sich sogar vorstellen, dass das Projekt Suedlink am Ende schneller planungsreif wird als bei der Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar.

Zwei Routen

Zwei mögliche Hauptrouten werden für Suedlink durch den Landkreis Göttingen vorgeschlagen. Die erste Variante führt aus dem Bereich Nörten-Hardenberg kommend westlich an Göttingen, Rosdorf und Friedland vorbei und weiter in den Werra-Meißner-Kreis. In der zweiten Variante kommt die Stromtrasse aus dem Bereich Katlenburg-Lindau und führt über Duderstadt nach Thüringen. In der aktuellen Beteiligungsphase können Interessierte bis zum 29. November Hinweise zur Planung abgeben.

Termin im Kreis Northeim

Die Pläne für den Landkreis Northeim sollen laut Tennet-Homepage am Donnerstag, 3. November, ab 17 Uhr öffentlich vorgestellt werden. Wo die Veranstaltung stattfindet, stand am Dienstag noch nicht fest.

Tennet will in Südniedersachsen zwei Stromleitungen bauen: Suedlink und Wahle-Mecklar

Derzeit wird in Südniedersachsen über zwei neue Stromleitungen diskutiert. Beide will der Netzbetreiber Tennet bauen.

Insbesondere für den Transport des Stroms aus Windkraftanlagen von der Küste nach Bayern und Baden-Württemberg ist Suedlink gedacht. Die etwa 700 Kilometer lange Erdleitung, in der zwei Stammstrecken gebündelt werden, startet in Brunsbüttel beziehungsweise Wilster und endet in Großgartach beziehungsweise Grafenrheinfeld. Sie soll 2025 in Betrieb genommen werden. Suedlink kann den Strom für zehn Millionen Haushalte übertragen. Durch den Einsatz der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung sind die Verluste unterwegs besonders gering.

230 Kilometer lang ist die 380 000-Volt-Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar, die bei Peine beginnt und bei Bad Hersfeld endet. Sie soll als Freileitung in Wechselstromtechnik errichtet werden. Dazu sollen große Masten aufgestellt werden. Bei Göttingen soll ein fünf Kilometer langer Abschnitt der Leitung unterirdisch verlegt werden. An die Trasse, die voraussichtlich 2020/21 in Betrieb geht, werden auch das Pumpspeicherwerk Erzhausen sowie das Umspannwerk Hardegsen angeschlossen.

Quelle http://www.hna.de/lokales/goettingen/goettingen-ort28741/geplante-erdkabel-stromtrasse-suedlink-stoesst-skepsis-6907903.html Bernd Schlegel 

 

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