Burgdorfer Rat lehnt die geplante Südlink-Trasse ab…

Burgdorf: In einer Stellungnahme spricht die lokale Politik von einer unzumutbaren Doppelbelastung.

Der Stein des Anstoßes für Burgdorf ist das Trassenkorridorsegment 053 der östlichen Planungsvariante für die Stromautobahn Südlink. Es wäre die zweite große Stromtrasse auf dem Gebiet der Gemeinde: Nur wenige hundert Meter weiter soll der bislang ebenfalls als Erdkabel konzipierte Teil der Hochspannungsleitung von Wahle (Kreis Peine) bis ins hessische Mecklar verlaufen. Gleich zwei große Stromleitungen auf Burgdorfer Land – das wäre dem Rat des Ortes zu viel. Auch unter der Erde. Das Gremium lehnt deshalb in einer Stellungnahme an Projektträger Tennet die östliche Variante für „Südlink“ ab. Die westliche läge jenseits von Hildesheim.

Grundsätzlich unterstütze man die Energiewende, heißt es in der Burgdorfer Stellungnahme gegenüber Tennet. Und damit auch den Netzausbau, auf dem die Vorhaben fußen. Aber diese Belastung wäre einfach zu groß, formuliert der Rat. „Das Gebiet der Gemeinde ist bei den weiteren Trassenplanungen als bereits erheblich vorbelastet auszuschließen“, lautet die Forderung. Es gingen „maßgebliche Flächen“ verloren. Und die Leistungsfähigkeit der guten Ackerböden würde durch die Kabel „erheblich beeinträchtigt “. Der Rat hält eine solche Planung für sozial unverträglich und unverhältnismäßig.

Neu-Bürgermeister Bernd Brandes (SPD) spricht von „massiven Doppelbelastungen“. Einige Landwirte und Grundstückseigentümergentümer wären von beiden Trassen unmittelbar betroffen, argumentierte er. Zudem sei noch nicht einmal die Frage der Ausgleichszahlungen für die Grundstückseigentümergentümer im Falle des Erdkabel- Pilots der Trasse Wahle-Mecklar geklärt, die sich derzeit bereits in der Planung zur Genehmigung  befindet.

Damian Polewka (Bürger für Burgdorf ) klagt: „Da ist noch nicht einmal die eine Sache zu Ende gedacht, und schon kommt man mit der nächsten um die Ecke. Das versetzt die Menschen in Sorge.“

Der stellvertretende Bürgermeister Norbert Löhr CDU) stellt gar die Ankündigung Tennets infrage, in beiden Fällen tatsächlich Erdkabel zu verlegen. Das Unternehmen habe unter bestimmten Voraussetzungen „die Möglichkeit, Freilandleitungen zu bauen“. Löhr verweist darauf, dass „Tennet ja auch in der Vergangenheit  nicht immer die Wahrheit gesagt hat“. Er meint zudem, bei der Informationsveranstaltung des Projektträgers in Oelber schon eine Tendenz für die östliche Trassenführung herausgehört zu haben. Zuungunsten der Samtgemeinde Baddeckenstedt und ihrer Mitgliedsgemeinde Burgdorf.

Bis Ende November hatten Betroffene Anwohner wie auch Gemeinden die Möglichkeit, sich zu Tennets Trassen-Vorschlägen für Südlink zu äußern. Entschieden werden soll darüber im Anfang 2017 – sobald alle Einwände gesichtet wurden. Dann schlägt Projektträger Tennet der Bundesnetzagentur eine der beiden Trassenführungen vor.

Kommt der östliche Südlink- Vorschlag, wäre auch die Gemeinde Baddeckenstedt betroffen. Bürgermeister Brandes zufolge soll auch sie die Variante gegenüber Tennet abgelehnt haben. Marc Werner, Bürgermeister des Ortes, antwortete bis Redaktionsschluss auf eine entsprechende Anfrage zu dem Thema nicht.

Quelle Salzgitter-Zeitung Eric Westermann 01.12.2016