Südlink: Von heißen Kabeln und besorgten Bauern…

Bau und Betrieb der Stromleitungen könne die Qualität des Ackerboden beeinträchtigen.

Von Johannes Kaufmann, braunschweiger zeitung.de 22.02.2017

Die Installation eines Erdkabels braucht viel Platz: eine Trasse von etwa 15 Metern Breite, dazu Baustraßen und Flächen für die Lagerung des Bodenaushubs auf beiden Seiten. „Das ist wie ein neuer Mittellandkanal“, kommentiert Ulrich Löhr, der Vorsitzende des Braunschweiger Landvolks, die Pläne für die Hochspannungstrasse Südlink, die in unserer Region durch den Kreis Peine und die Gemeinde Baddeckenstedt verlaufen könnte . Ein „Riesenaufriss“ sei das.

Landwirte fürchten, dass die Bauarbeiten das Bodengefüge zerstören, schwere Baumaschinen kostbaren Ackerboden verdichten könnten. Darüber hinaus könne die Erwärmung der Kabel womöglich dauerhaft zu schlechteren Ernten führen. Die Forderung der Landwirte: Entschädigungen für entstehende Schäden und eventuelle Ertragsverluste sowie eine bodenkundliche Begleitung der Bauarbeiten. „Aufgrund gesellschaftlichen Drucks kommen die Kabel in die Erde. Der Netzbetreiber Tennet erhält staatlich garantierte Gewinne, die mit Eingriffen in unser Eigentum generiert werden. Dafür müssen Eigentümer und Bewirtschafter entschädigt werden“, sagt Löhr.

TenneT zeigt sich solchen Forderungen gegenüber offen. „Eine bodenschutzfachliche Begleitung des Bauprozesses ist vorgesehen“, sagt Pressesprecher Mathias Fischer. Für den Bau zahle das Unternehmen Entschädigungen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgingen. Auch Ernteausfälle würden entschädigt. Mit Langezeitfolgen durch die Erwärmung des Bodens rechnet das Unternehmen nicht. „Nach bisherigen Erfahrungen an der Küste in Niedersachsen und Schleswig-Holstein normalisieren sich die Ernten über den Kabeln nach wenigen Jahren“, so Fischer.

Bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bleibt man allerdings skeptisch. Über die Auswirkungen der Erdkabel auf den Boden sei noch viel zu wenig bekannt. Es gebe großen Forschungsbedarf. Immerhin: Bei bisherigen Erdkabelprojekten hat die Zusammenarbeit von Landwirten und Betreibern funktioniert.

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