Erdkabel – sinnvoll oder nur teuer ?

Ein Bericht von inforadio.de

Vor zwei Wochen hat das Bundeskabinett ein Gesetz beschlossen, wonach neue, große Stromleitungen in Zukunft vorrangig unter der Erde verlegt werden sollen. Das wird aber nach Einschätzung des Netzbetreibers Tennet zu jahrelangen Verzögerungen beim Netzausbau führen. Denn durch die gesetzliche Änderung müsse der laufende Planungsprozess vollständig neu aufgesetzt werden. Anlass für uns im Inforadio, das Thema heute näher zu beleuchten.
Bei Tennet rechnet man durch die Kabinettsentscheidung mit einer Verzögerung von drei Jahren, wie das Unternehmen in einer Stellungnahme für die Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestages erklärte. Außerdem wird mit Mehrkosten in Milliardenhöhe gerechnet.

Das Kabinett hatte beschlossen, dass Erdkabel bei Gleichstrom-Übertragungsleitungen künftig Vorrang haben sollen. Die Regierung kam damit Forderungen von Bayerns Ministerpräsident Seehofer entgegen, der die bisherigen Pläne für neue Freileitungen wegen starker Bürgerproteste strikt abgelehnt hatte.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil befürchtet Verzögerungen beim Netzausbau für die Energiewende. Generell sei die Entscheidung der Großen Koalition in Berlin für mehr Erdverkabelung gut, sagte Weil. Allerdings könne sich Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende zeitliche Verzögerungen nicht leisten. „Die Atomkraftwerke gehen vom Netz und insbesondere unsere süddeutschen Freunde werden auch darauf angewiesen sein, dass der zuverlässige Strom aus dem Norden sie auch erreicht“, sagte der niedersächsische Ministerpräsident.
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http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/int/201510/21/verzoegert-sich-die-energiewende-.html
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