STROMTRASSE VON SCHLESWIG-HOLSTEIN NACH BAYERN : „Südlink“-Probleme: Teurer, später und mehr Störungen im Stromnetz…

image

Die Entscheidung für Erdkabel kostet die Netzbetreiber Zeit und Geld.

Foto dpa.Erdkabelverlegung: Das Bild zeigt den Anschluss eines Nordsee-Windparks an das deutsche Stromnetz in Gleichstromtechnik.© ABB/nh

Beim Ausbau des deutschen Stromnetzes gibt es neue Probleme – nicht zuletzt in Schleswig-Holstein. Grund ist der Beschluss der Bundesregierung zum verstärkten Einsatz von unterirdischen Erdkabeln beim Bau neuer Leitungen. Dadurch droht sich zum einen die Eröffnung der großen Nord-Süd-Gleichstromtrasse „Südlink“ von Schleswig-Holstein nach Bayern und Baden-Württemberg noch weiter zu verzögern als zuletzt ohnehin schon befürchtet. Zum anderen sorgt sich Netzbetreiber Tennet, dass die künftig auch bei Wechselstromleitungen häufiger vorgesehene Verwendung von Erdkabeln verstärkt zu Störungen im Stromnetz führen könnte – etwa in Ostholstein. Und viel teurer wird der Netzausbau durch Erdkabel obendrein.

Hatte Tennet im Sommer noch von zwei Jahren Verspätung beim Bau der großen „Südlink“-Stromautobahn gesprochen und einer Verschiebung des Eröffnungstermins von 2022 auf 2024, so geht das holländische Unternehmen nun sogar von drei Jahren Verzug und einer Einweihung erst in 2025 aus. Der Grund: Weil Tennet beim Bau dieser Gleichstromleitung vorrangig Erdkabel verwenden muss statt Freileitungen, fangen die Planungen fast wieder bei Null an. Denn für das Verlegen von Erdkabeln sind andere Kriterien wichtig als für die Errichtung von Freileitungen.
.